Ex-Krampen


Bei Bands ist die Personalfluktuation ja bekanntlich immer groß. Manche wechseln den Verein, weil sie größenwahnsinnig werden (wie Brian Poole, der 1965 die Tremeloes verließ, um groß rauszukommen und von dem man nie wieder was hörte). Auch bei uns gab’s einige Personalwechsel – manchmal mit angefletschten Zähnen, manchmal aber auch aus Gründen beruflicher Überlastung oder (seufz) weil die Gesundheit auch nicht mehr das ist, was sie mal war...

Für die im 21. Jahrhundert geborenen Kinder folgt hier eine Liste der Ex-Krampen, die sich um Aufbau und Entwicklung der Truppe verdient gemacht haben.

 

DIRK HAHNE - BASS

Jahrgang (schätzungsweise) 1960. Dirk sieht zwar ein Beatnik aus, ist aber eher ein Freund gemäßigter Töne. Dass er Bass und Tasteninstrumente spielt und bei keiner Probe je gerufen hat „Ey, dat kann ich nie im Leben!“, beweist, dass er immer gut auf alles vorbereitet ist. Die Bassgitarre zupft er am liebsten, obwohl er besser Klampfe spielt als mancher Gitarrist, der bei den Krampen im Probenraum schon mal am Wasserkasten rumhängt. Nebenbei ist er Oberhäuptling der seit ewigen Zeiten existierenden, viel beschäftigten „Team Band“, die auf zahllosen Partys aufspielt und in nächster Zeit wohl auch die Karibik unsicher macht. Wie die Legende besagt, hat Dirk schon als Köttel von 13 Jahren als Aushilfsgitarrist die erste Gage eingesackt. Dieser Erfolg war auch der Grund dafür, dass er das Angebot ablehnte, sich zum König der Veilchenstraße krönen zu lassen. Er wollte doch lieber Profimusiker werden.



 

RALF QUEL - GESANG

Jahrgang 1954. Spross einer alteingesessenen Heckinghausener Dynastie. Außer Bundeskanzler hat Ralf schon alles gemacht, was Geld bringt. Als er zu den Krampen stieß, dealte er mit Drogen (Tabak) und Zeitschriften. Bei Gesangswettbewerben zog es ihn immer auf die Bühne, wo er (jedenfalls im Dudelsack) alle Preise abräumte. Vermutlich war Ralf auch der Schöpfer des Namens WupperKrabben. Leider verstand Herr Storat ihn auf der Namensfindungskonferenz miss und glaubte, WupperKrampen gehört zu haben. Da Herrn Storat dieser Name gefiel, sah der junge Musikerlehrling R. eine Chance, sich bei ihm beliebt zu machen und schleimte spontan: „O, Recht habt Ihr, Meister! WupperKrampen! Was für ein schöner Name! Auch ich bin 100% dafür! Darf ich gelegentlich Eure Gitarre putzen?“ Herr Storat war über diese Unterstützung so erfreut, dass er fortan alle schrägen Töne des Lehrlings überhörte. Herr Quel freute sich aber überhaupt nicht: Nun musste den neuen Mercedes wegwerfen, den er sich mit der hübschen Motorhaubenbeschriftung WupperKrabben gekauft hatte.




WILLY „FUZZY“ STORAT – LEADKLAMPFE & GESANG

Jahrgang 1947. Ein echter Ölberger, hat mit seinen Kumpels Wolfgang Eckhardt, Eugen Asbach und Peter Lange schon Musik gemacht, bevor die Beatles prominent wurden und in allen Schuppen gespielt, die Wuppertal und andere Orte zu bieten hatten: Bei den „Young Ones“, den „Liverpools“, zig anderen sowie bei "Just4Fun" und „Talwärts“. Wie vielen Wuppertaler Rock- und Beat-Formationen er seinen Stempel aufgedrückt hat, weiß er nicht mehr, da er nicht mal mehr die Namen aller Bands kennt, in denen er in fünf Jahrzehnten aktiv war. Als 14jähriges schmales Handtuch an der Gitarre hat er schon in den 1960er Jahren den multilingualen Leadsänger gemacht und irgendwann, wie er sagt „in der Pause“ das Bassspielen erlernt. Er kennt sich aber auch mit Tasten gut genug aus, um den Keyboarder zu machen. Bei den Krampen hat Willy mit Ideenreichtum und viel Durchsetzungsvermögen den Arrangeur gemacht (sogar für unsere Tröten!): Wurde bei Proben auf der Bühne zu viel durcheinander gequasselt, hat er, obwohl privat ein liebevoller und braver Mensch, einfach nur KINDERGARTEN! RAH! RAH! RAH! SCHNAUZE HALTEN! gebrüllt. Dann war abboh Ruhe im Kattong, Alter.

Willi, am 12.7.1947 geboren, starb am 15.8.2011 in Wuppertal.




 

Klaus-Dieter Blank (Bass und Gesang), genannt K.D., kam wie fast alle Bassisten zum Bass, weil gerade irgendwo ein Bassist fehlte. "He, Klaus, mach du dat mal", hieß es da, "dat is doch 'n Klacks!" - "Na gut", sagte Klaus. "Dann mach ich dat halt mal." Er hat's gemacht und ist dabei geblieben. Sonst wissen wir nix über ihn. Er ist ein ordentlicher Mensch, immer pünktlich, konzentriert bei der Sache und versiebt nie ein Stück, was uns allen unerklärlich ist.