Tagebuch 02-2012


7.2.2012: Heute ist der entscheidende Tag!


26.2.2012 (1. Teil): Der Eintrag vom 7.2. hat einen Sturm der Neugierde ausgelöst! Die ganze Welt, auch Hinz und Kunz, Tante Martha und Frau Merkel riefen an und wollten wissen: Was war so entscheidend an diesem Tag? Können die Krampen nun den "Babysitter-Boogie" spielen, und wenn ja, wer spielt das Baby? Was können die Krampen der Presse außerdem noch aus Mohammed Wuffis Vergangenheit verraten, damit die ihn endlich abserviert? Und: Stimmt es wirklich, dass die Krampen eine Wasserbrauerei als Sponsor gewonnen haben, sodass sie sich für ihre Gage endlich mal ein Leberwurstbütterken kaufen können?

All diese Spekulationen sind natürlich völlig aus der Luft gegriffen. Tatsache ist hingegen, dass am 7.2. entschieden wurde, dass die Krampen NUN ABER WIRKLICH Räumlichkeiten gefunden haben, die dem Hünefeld-Palast in nichts nachstehen. Falls der Mond nicht auf Europa fällt, werden sie im Juni 2012 mit einer musikalischen Fete eröffnet. Nichts könnte es jetzt noch verhindern: Es sei denn, Herr Abé bis hat sechs Richtigen im Lotto und wandert mit seinen Lieblingsgitarren in die Karibik aus.
Dazu später mehr!


26.2.2012: Jetzt zum gestrigen Tag! Da versammelten sich die üblichen Unterbarmer Verdächtigen in John Lammerts schnuckeligem kleinen Allee-Stübchen. Das Stübchen heißt so, weil es kleiner ist als eine STUBE. Übern Daumen gepeilt passen da 50 Leute rein. Es sei denn, eine Band tritt auf, in der zwei Dicke mitspielen. Dann passen da nur 40 Leute rein. (Na gut, vielleicht 42.) Bei der Band, die diesmal aufspielte, war kein Dicker dabei: Die Typen waren alle dünn und jung (jünger als ich). Was sie sonst noch von mir unterschied: Sie waren alle sehr begabt, wenn auch in den seltensten Fällen begabter als ich. Dafür waren sie bescheidener. Die Band heißt "Just 4 Fun", was ich komisch finde, da sie doch aus 5 Mann besteht und nach meinem Sprachempfinden "Just 5 Fun" heißen müsste. Vielleicht hat der Name aber auch eine geheime Bedeutung. Leider spreche ich kein Französisch und werd es wohl nie rauskriegen.

Das Schöne an der Band war, dass sie jede Menge Sachen spielte, die mir bekannt vorkamen. Wie ich von meinen Freunden erfuhr, die mit am Tisch saßen, spielten sie vorwiegend Stücke von Bands, die Beatles, Rolling Stones, Creedence Clearwater und Erich Bourbon heißen. Noch etwas kam mir bekannt vor: Der Drummer sah unserem Schlagzeuger wahnsinnig ähnlich.

Als der mit reichlich Haaren versehene "Just 4 Fun"-Bassist seine Sonnenbrille abnahm, erkannte ich in ihm meinen alten Freund Wolfgang Liverpudel: Er hat mir vor 2004 den Unterschied zwischen einer Gitarre und einer Posaune klar gemacht und damit wesentlich dazu beigetragen, dass ich inzwischen auch den Unterschied zwischen einem A-Moll und einem Stimmgerät kenne. Wolfgang hatte eine neue Jeans-Hose an, von Peek & Cloppenburg, für € 99,75, die er uns stolz von vorn und hinten präsentierte. Hätte er seine alte Hose getragen, hätte ich ihn bestimmt eher erkannt.

Ich sah auch einige Bekannte aus alten Zeiten: Der Älteste war vermutlich Hans, der in der Schule vier Jahre im Fach Abschreiben neben mir saß. Er hat es trotzdem weit gebracht, denn er hat ein Haus, ein Auto, ein Boot,ein Pferd  und eine Frau, während ich nur eine Frau habe.

Nun, man kann nicht alles haben.


26.2.2012 (2. Teil): Die Spannung steigt ins Unermessliche! Wann erzählt uns dieser blöde Hund endlich, was nun mit dem neuen Sessionraum los ist???


26.2.2012 (3. Teil): Vor dem Einzug in Räumlichkeiten jeglicher Art hat Allah bekanntlich den Mietvertrag gesetzt. Und auf den Mietvertrag die Unterschrift desjenigen, der die Rübe hinhält,  wenn was schiefgeht. Da sowas teuer werden kann, sagten wir uns: Wir gründen einen Verein, da kann man dem Vorstand immer die Verantwortung in die Schuhe schieben, und nebenbei, wie jeder Klüngel, der so tut als wolle er die Menschheit retten, jede Menge Staatsknete aus den Töpfen abgreifen, die der Steuerzahler für kulturelle Zwecke bereit hält. (Der Witz ist: Hat man ein schönes papierendes Konzept vorgelegt und kriegt man 380 Öre für ein paar Steckdosen bewilligt, zeigt sich am nächsten Tag immer, dass der Topf schon leer ist).

Weitaus schwieriger als das Abgreifen von Staatsknete ist es aber, ein paar gutmütige Trottel zu finden, die bereit sind, sich in einen Vorstand wählen zu lassen. Musiker sind ja höchst empfindlich und haben sich sofort in der Wolle, wenn sie glauben, ihr Beitrag zum gemeinsamen Projekt werde nicht ordentlich gewürdigt (auch dann, wenn das Projekt nur "Zip-A-Dee-Dooh-Da" heißt). Außerdem sind Musiker von Natur aus unstet und anarchoid eingestellt, was man daran erkennt, dass sie alle Nase lang von einer Gruppierung  zur anderen wechseln, was einer ordentlichen Vorstandsarbeit sicher nicht zum Vorteil gereicht.

Dennoch mussten wir einen Vorstand haben, den das Gericht im Notfall verknacken kann, wenn z.B. der Kassierer mit der Kasse durchbrennt und wir den Wasserlieferanten Geld schuldig bleiben! Der 1. und der 2. Vorsitzende eines Vereins sollten vertrauenswürdig aussehen, eine möglichst sonore Stimme haben (zahlt sich bei telefonischen Ausreden und Gagenverhandlungen immer aus!) und nach Möglichkeit nicht steckbrieflich gesucht werden! Diese Personen fanden wir schnell in Gestalt von Herrn Rotter (Drums) und Herrn Blank (Bass), die auch sonst den Rhythmus vorgeben. Da das polizeiliche Führungszeugnis von Herrn Abé makellos war, beschlossen die anwesenden Mitgliedermassen, ihm die leere Zigarrenkiste mit der Aufschrift KASSE anzuvertrauen. Nun musste noch ein des Lesens und Schreibens kundiger Schwachmat gefunden werden, dem man den ganzen bürokratischen Käse aufhalsen konnte. Den fand man, wie immer, in Herrn Hahn. Schlussendlich fiel uns auf, dass wir noch niemanden hatten, der für den Einkauf und das Hereinschleppen der Wasserkästen zuständig war, ohne die kulturell tätige Vereine nicht auskommen. Rasch erfanden wir das Amt des Beirats. Da "Beirat" total unverdächtig klingt, hatten Herr Pohlmann und Herr Striebe nichts dagegen, dieses Amt anzunehmen.
 
Natürlich braucht so ein Verein auch einen Namen. Den erfanden wir gleich nach der Ernennung des zufällig anwesenden Herrn Freund-König zum Presseoffizier.

So! Und alles weitere im März-Tagebuch, weil das Februar-Tagebuch, das ihr hier lest, ab über-übermorgen niemand mehr aufschlägt, und alles, was ich jetzt noch über unseren neuen tollen Sessionraum und seine geheime Lage schreiben würde, für die Affen wäre.