Tagebuch 11-2010


 

 

3.11.2010: Hurra, der brave Ronald darf die Homepage neu gestalten. Das hat er sich schon immer gewünscht, etc. pp.! Die erste Stunde verbringt er mit Fluchen. Dann hört man ihn Sätze murmeln: "Wieso hab ich Obertrottel mich nur freiwillig gemeldet?"
Sobald sich aber die ersten gestalterischen Erfolge einstellen, bessert sich seine Laune, und er legt den Hammer weg, mit dem er gerade noch auf den PC losgehen wollte...
Allmählich hat er den Eindruck, dass er weiß, was er macht... Mal kucken, wie es weitergeht...

4.11.2010: Ja, und heute Morgen (10.20 Uhr) hat der wackere Gestalter die letzte große Hürde genommen und rausgekriegt, wie man einer Homepage einen TITEL gibt, der wirklich im Bild erscheint, wenn man die Päätsch aufruft. What a feeling! Herr Abé, dem ich kurzen Einblick aufs bisher Entworfene gewährt habe, hat schon seine Zustimmung bekundet. Vermutlich gibt er auf der nächsten Probe ein Tässken Tee aus! -- Herr Blank und Herr Striebe haben sich gemeldet, um mich zu loben. Ah, das motiviert. --- 14.21 Uhr: Nach zahllosen Versuchen und Flüchen ist es mir endlich gelungen, eine Fotogalerie zu installieren. Die Qualität der Fotos lässt 'n bissken zu wünschen übrig. Aber das gilt ja auch für das Leben. -- Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass wir uns die Werbung, mit der man hier beballert wird, nicht aussuchen können. Sie ist die Grundlage dafür, dass wir diese Homepage kostenlos betreiben dürfen. 

5.11.2010: Heute morgen beim Frühstück im Hilton Hückeswagen fragte mich der bekannte Tagedieb Sigmar G., wie wir auf den beknackten Namen "WupperKrampen" gekommen sind. Die meisten Menschen außerhalb unserer Stadt wissen ja mit dem Wort nix anzufangen, und wenn doch, bringen sie es eher mit 'nem Verbindungselement in... äh... Verbindung.
Im Bergischen Land ist "Krampe" aber auch ein Synonym für Lusche oder Dilettant. 
Ursprünglich sollten wir "Die WupperKrabben" heißen (was mindestens ebenso beknackt ist). Als unser Gitarrist Fuzzy das hörte, sagte er überrascht: "Wat? WupperKrampen?" Das gefiel uns allen viel besser, und darum heißen wir jetzt so.

6.11.2010: Eigentlich müsste der Krampen-Chronist mal wieder seinem Brotberuf nachgehen (ja, ja, der Künstler kennt kein Wochenende), was ich auch gleich tue. Zuvor aber muss noch kurz vermeldet werden, dass wir gestern im Clubhaus der Wuppertaler Formation Talwärts zwei Runden schrammeln und das Ölberg-Publikum mit unserem Mörder-Hit "Marina" schockieren durften. Es war (wie immer ) sehr warm in dem kleinen Laden, aber die pfundige Atmosphäre und die Tatsache, dass Herr Oetelshoven, der Drummer der Hausband, uns einen ausgab, glichen dies absolut aus. Höhepunkt des Abends war für mich folgender kulturell wertvoller Dialog zwischen unserem Gitarrero Werner und Herrn Oetelshoven.
WERNER: "Wat habt ihr eigentlich für'n Bier hier, Schimmel?"
HERR OETELSHOVEN (verschmitzes Grinsen): "Bier der Saison."
WERNER: "Ah! Aus der Provence?"

12.11.2010: Als ich noch ein kleiner Waldbauernbub war (2003), fragte mich der (Ex-) Just 4 Fun-Gitarrist Günther im Rockpalast Hünefeldstraße, ob ich früher nicht auch mal Gitarre gespielt hätte; er habe da von Uwe was aus den 1960er Jahren gehört. Ich errötete und nuschelte verlegen: "Spielen kann man dat eigentlich nich nennen..."
Daraufhin meinte Günther, das sei schade; er wollte nämlich unbedingt mal mit einer Band auftreten, in der jeder etwas macht, das er vorher noch nie gemacht hat: So sollte etwa der Leadgitarrist Bass spielen, der Bassist auf die Trommeln hauen, der Drummer singen und der Sänger (also ich) Klampfe spielen. Das Projekt wurde dann in leicht veränderter Form im Talwärts-Club unter dem Namen "Dirty Rotten Scoundrels" aufgeführt und war nicht mal übel.
Günthers Frage, wie das mit mir und 'ner Gitarre wäre, beschäftigte mich aber weiterhin... Tatsache ist: Ich hatte 1962, 1964, 1984 und 1988 versucht, das Klampfenspiel zu lernen, hatte aber immer schmählich Schiffbruch erlitten, weil mir das gleichzeitige Klampfen und Singen schwer fiel.
Nun aber wollte ich es, dank Günther, noch ein letztes Mal, und zwar ernsthaft versuchen.
Auf Gerd Helds 60-DM-Wanderklampfe lernte ich drei oder vier "Griffe", die aber abscheulich klangen. Drei Monate später kaufte ich mir ein eigenes, erheblich teureres Instrument. Ob meine Kunst nun besser klang, weiß ich nicht, aber vermutlich hat mein Freund  Uwe mir meine erste E-Gitarre nicht ganz uneigennützig geschenkt: Er wusste natürlich, dass eine nicht angeschlossene E-Gitarre weniger Lärm macht als 'ne akustische Klampfe.
Nun ja... Irgendwann, als ich fünf Akkorde greifen konnte, hab ich mir dann auch einen Verstärker zugelegt.
Was uns der Dichter damit sagen will? Ganz einfach! Seine erste gekaufte Gitarre, ein kaum gebrauchtes hübsches Ding vom Typ Ortega, steht seitdem in der Ecke und wartet darauf, dass ein junges Talent des Weges kommt und sie kauft! Fragt also bei euren Enkeln (und Enkelinnen!) rum, ob da eventuell Bedarf besteht.

20.11.2010: Als der wackere Ronald 9 Jahre alt war, zog er vom Rand der Stadt in eins ihrer Zentren, ach, was sage ich, DAS ZENTRUM! Das Zentrum hieß Unterbarmen bzw. Friedrich Engels-Allee. Dort wohnte auch ein Knüfftich, der einen echten Pannasch zum Vater hatte. Der Knüfftich hieß Gunnar und war drei Käse hoch. Als er dann größer wurde, mauserte er sich zu einem echten Künstler! Die Sachen, die er so zeichnete, wurden sogar in Ausstellungen rumgezeigt. Später stieg er in die Werbung ein, noch später in die Gastronomie.
Als er von der Tretmühle die Faxen dicke hatte, kaufte er sich eine Bassgitarre. Im Jahr 2010 schaute sich in seiner alten Heimat Unterbarmen um und stellte fest: Die Gegend kann 'n bissken Werbung brauchen! Deswegen sitzt er nun an seinem Rechner und bastelt was zusammen, das nicht nur die Unterbarmer interessieren dürfte.
Und wenn du beim Werden und Wachsen einer neuen Päätsch dabei sein willst, die nicht nur die gegenwärtige Ongerbarmer Kultur pflegen, sondern auch 'n paar Ongerbarmer Jonges aller Altersgruppen vorstellen will, die von alten Zeiten berichten, gehst du jetzt flugs auf unsere  LINKLISTE und kuckst dir an, wat der Gunnar Kohleick da unter dem Namen Ongerbarmen gerade aufbaut... Ja, Atti, auch du!

26.11.2010: Unser Werner kann mehr als nur Bütterkes essen! Er hat auch gute Ideen!
Dem wackeren Mann ist nämlich aufgefallen, dass man als Tagebuch-Leser hier jeden Tag tiefer nach unten schwurbeln muss, um den neuesten Eintrag zu finden! Deshalb hat er während einer langweiligen Sitzung im Verteidigungsausschuss mal übern Daumen gepeilt, wie lange z.B. Helma im Jahr 2025 hier nach unten schwurbeln müsste, bevor sie lesen kann, welch heldenhafte Ausreden ihr Gatte nach jeder dienstäglichen Krampen-Probe erfindet, um sich die vor der Tür unseres Probenraumes kreischenden Groupies vom Halse zu schaffen!
Deswegen (ihr ahnt es schon) gibt es ab sofort jeden Monat ein neues Tagebuch. Dann braucht niemand mehr lange zu schwurbeln.

29.11.2010: Heute erhielt ich an meinem Arbeitsplatz im Geldverteilungsministerium unverhofft Besuch. Ein ungenannt bleiben wollender Fän schob mir einen Zettel über den Tisch, auf dem stand: "Tu domma wat übboh die Krampen ihre Fänz schreiben, du eitler Fatzke; über die Fänz, die euch groß gemacht haben! Nie tuhße wat übbboh eure Fänz schreiben! Ich find dat unterirdisch gemein, etcetera, und so weitoh!"
Wie man man der Aussprache des Herrn erkennt, kommt er zwar aus Heckinghausen, aber an seinen Worten ist trotzdem wat Wahres dran. So vernehmet denn: Ab demnächst, wenn der Chronist Zeit hat, erscheint hier irgendwo die große Serie "Den Krampen ihre Fänz (1. Folge: Wolfgang Liverpudel)".

30.11.2010: Aufgrund einer größeren Spende für die Wasserkasse der WupperKrampen, die heute Nacht um 6.50 Uhr per Kurier in unserem Hauptquartier eintraf, können wir nun darauf verzichten, Herrn Liverpudel als Krampen-Fän zu brandmarken.
Gestern Abend, 18.00 Uhr: Vom Blizzard umtost, von Wölfen gejagt, biegt euer wackerer Chronist, aus der Hünefeldstraße kommend, um die letzte finstere Ecke... Schon taucht die rettende Tür des Rockpalastes mit dem schönen Namen Altenheim vor ihm auf, als aus einer Nische der warnende Ruf erschallt: "He, pass op!"
Zu spät! Schon liegt Ronald auf dem Rücken, ausgerutscht auf spiegelblankem Eis, das sich so tückisch wie nur wat unter schneeiger Tünche tarnt. Doch zum Glück hat er sich nichts gebrochen!
Der späte Warner tritt ins Licht.
Man glaubt es nicht: Es ist ein Krampen-Gitarrist,
der kurz zuvor erst selbst aufs Hinterteil gefallen ist.  (Werner ist sein Name.)
Herr Rotter, Herr Striebe und Herr K.D. sind auch schon da; der junge Eisenbieger lässt auch nicht lange auf sich warten. Nach einem Fläschchen Wasser gehts auf die Bühne, wo geprobt wird, bis die Schwarte kracht, und so leise wie noch nie. Und doch steht um 19.50 Uhr (!) die Polente vor der Tür - wegen der
Bässe! Die Krampen sind fassungslos, haben sie doch ein Lied geprobt, das so sanft ist wie kein anderes. Der Verdacht wird geäußert, dass die Bässe von einem gehörlosen HipHopser im 4. Stock erzeugt werden, da HipHopsern laute Bässe über alles gehen; ja, dass sie Bässe an sich schon für Musik halten.
Vielleicht waren die Krampen aber doch zu laut. Oder zu rockig für einen HipHopser? Sie geloben Besserung, die es dann auch sehr schnell gibt, weil Herr Striebe und Herr Freund-König es nämlich schaffen, in ein reines Gitarrenschrapperstück einen elephantastischen und inspirierenden Bläsersatz einzubauen! Sogar Herr Rotter, ein ausgewiesener Feind langen Rumprobierens, hielt sich während der Arrangementfindung zurück, was nur bedeuten kann, dass er, wie Ex-Krampe Ralf Quel sagen würde, "Spaß inne Backen" hatte. Bin gespannt, wie's weitergeht, aber eins muss ich sagen: Die Krampen trauen sich wat, Alter!