Tagebuch 02-2011


9.2.2011: Am gestrigen Tag versammelten sich in den Katakomben des legendären Hünefeld-Palastes im Stadtteil Ongerbarmen mehrere vermummte Herren um einen Kasten Wasser und schlossen einen Pakt. Laut diesem Pakt tun sich sämtliche Klampfisten, Tröter und Trommler der Bands WupperKrampen und Just 4 Fun zum Culture Club Barmen zusammen, der, falls keine doofen Büroraten es verhindern, allen Leuten eine musikalische Heimstatt bieten wird, die sich seit  Ende 2009 fragen, wann es in Barmen endlich wieder losgeht.
Mit anderen Worten: Die Herren mit dem Wasserkasten haben endlich Räumlichkeiten gefunden, die ungefähr so groß sind wie der leider (schnüff) geschlossene Hünefeld-Palast. Allerdings muss an dem Laden noch ein bissken rumgeschraubt und das eine oder andere Kabel verlegt werden.
Mehr wollten die Herren noch nicht verraten. Seid also guten Mutes, spart schon mal für den Eröffnungsball und sagt euren Kindern, dass ihr im Sommer wieder auf die Rolle geht und nicht mehr jeden Freitag auf die Köttels aufpassen könnt!

12.2.2011: Abt. Man lernt nie aus, woll, Friedhelm?
Ein Ehepaar sitzt in einem noblen Restaurant, als die Ehefrau zu einem in der Nähe stehenden Tisch hinüberblickt und einen sinnlos betrunkenen Mann sieht. 
Ihr Ehemann bemerkt: "Ich stelle fest, dass du diesen Mann dort schon seit einer Weile beobachtest. Kennst du ihn?" 
"Ja" antwortet sie. "Er ist mein Exmann, und er trinkt soviel, seit ich ihn vor acht Jahren verlassen habe." 
"Das ist bemerkenswert", entgegnet der Ehemann. "Ich hätte nicht gedacht, dass jemand so lange feiern kann".   

13.2.2011: Wie gerade bekannt wird, wird Margot Käßmann am 4. März 2011 in der Frankfurter Paulskirche mit dem Harald Juhnke-Preis für Trinkfestigkeit und Autofahren geehrt.

22.2.2011: Gestern versammelten sich neuerlich 7 Gentlemen im langsam verfallenden Hünefeld-Palast um einen Kasten Wasser und machten Nägel mit Köpfen. Rausgekommen ist dabei Folgendes: Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden, verkünden hiermit...
Am 21.2.2011 haben Abordnungen der Wuppertaler Bands "Die WupperKrampen" und "Just 4 Fun" den Culture Club Barmen (CCB) gegründet, der das Ziel hat, jenen rock-, pop- & country-musikalisch interessierten Kreisen, die sich bis 2009 in der Hünefeldstraße versammelt haben, so schnell wie möglich eine neue Heimstatt zu geben. Die Heimstatt wurde inzwischen in Wupperfeld gefunden und wird, falls die Welt nicht vorher untergeht, im Sommer 2011 allen offen stehen, die gern handgemachte Musik hören und machen.

Da sowas Geld kostet, bieten wir allen Freunde und Bekannten, die den CCB gern fördern möchten, für ein paar Kröten eine Mitgliedschaft an, die vielleicht auch das eine oder andere Privileg umfasst (z.B. ein Abendessen bei Heidi Klum oder Wolfgang Liverpool).
Zum Vorsitzenden des CCB wurde Herr J.U. Rotter gewählt, zu seinem Stellvertreter der unvergleichliche Elektriker K.D. Blank. Die Kasse verteidigt mit seinem Leben: Werner Abé. Schriften setzt auf: Ronald Hahn, weil der gelernter Schriftsetzer ist. Als Beiräte wachen über das Tun der vorgenannten Personen: der einmalige Bassman Wolfgang Pohlmann und der unersetzliche Klaus Striebe (der zwischendurch mit dem frisch ernannten CCB-Presseoffizier Stephan Freund-König auch unsere neue Bühne baut).


Potentielle Neumitglieder melden sich beim Musiker ihres Vertrauens bzw. über das KONTAKT-Formular.

16.34 Uhr: Hochnotwichtige Eilmeldung!!!
T-Online hat offenbar gerade einen längerfristigen Dachschaden. Die Auswirkung: Der wackere Ronald kann momentan weder Emails empfangen noch versenden.

18.16 Uhr: Noch wichtigere Eilmeldung!
Ronald und Karin gehen jetzt bei einem Thai in Elberfeld 'n bissken wat spachteln.

23.2.2011: Wie sich inzwischen rausgestellt hat, war der Thai gar kein Thai, sondern ein Taiwanese. (Witzig, woll?) Hat aber dem Spachtelvergnügen keinen Abbruch getan.
Nebenher schraubt der Operateur wieder mal an einer Homepage, denn der Culture Club Barmen muss natürlich auch eine haben! Ohne Homepage geht ja nicht mal mehr Tante Martha aus dem Haus! Und an wem bleibt die Maloche mal wieder hängen? Hm?
Na ja, macht nix: Herr Pohlmann hat versprochen, mir zum Troste auf der nächsten Probe (diesmal üben wir das 'Gis-Moll') zu der Kiste Wasser von Herrn X eine Runde Kaffee springen zu lassen. Näheres über die CCB-Homepage (und wie man sie findet) in Kürze, sobald wir wissen, welches Kabel in welche Dose gehört...

28.2.2011: Zum Monatsende: Willkommen im 21. Jahrhundert!

DIE SEESCHLACHT VON TRAFALGAR
Ein Drama in einem Akt

Admiral Nelson: „Lassen Sie das Signal setzen, Hardy.”
Captain Hardy: „Aye, aye Sir.”
Admiral Nelson: „Halt, das ist nicht das, was ich dem Signaloffizier diktiert habe. Was bedeutet das?”
Captain Hardy: „Tut mir leid, Sir, Sie werden es lesen müssen.”
Admiral Nelson: (liest vor) „England erwartet, dass jede Person seine oder ihre Pflicht tut, ungeachtet seiner oder ihrer Rasse, seines oder ihres Geschlechts, seiner oder ihrer sexuellen Orientierung, seiner oder ihrer religiösen Überzeugung oder Behinderung. – Was soll dieser Firlefanz, Captain Hardy?”
Captain Hardy: „Admiralitätspolitik, Sir. Wir sind jetzt ein chancengleichheitsbedachter Arbeitgeber. Wir hatten die größten Schwierigkeiten, das Wort England an den Zensoren vorbeizukriegen, weil man es doch für rassistisch halten könnte.”
Admiral Nelson: „Verflucht! Reichen Sie mir meine Pfeife und Tabak.”
Captain Hardy: „Tut mir leid, Sir. Alle Marinefahrzeuge sind jetzt als rauchfreies Arbeitsumfeld ausgewiesen.”
Admiral Nelson: „In dem Fall, öffnen Sie die Rum-Ration. Spleißen wir die Großbrasse, um die Männer vor der Schlacht zu stählen.”
Captain Hardy: „Die Rum-Ration ist abgeschafft worden, Admiral. Das gehört zur Politik der Regierung gegen das Kübelsaufen.”
Admiral Nelson: „Gütiger Himmel, Hardy. Ich schätze, wir machen lieber weiter... Volle Geschwindigkeit voraus.”
Captain Hardy: „Ich glaube, Sie werden gleich erkennen, dass in diesen Gewässern ein Tempolimit von 4 Knoten gilt.”
Admiral Nelson: „Verdammt, Mann! Wir stehen vor der größten Seeschlacht der Geschichte. Wir müssen schnellstens vorrücken. Meldung aus dem Krähennest, bitte.”
Captain Hardy: „Das wird leider nicht möglich sein, Sir.”
Admiral Nelson: „Was?”
Captain Hardy: „Die Abteilung Gesundheit und Sicherheit hat des Krähennest gesperrt, Sir. Weil da oben kein Sicherheitsgeschirr ist. Außerdem heißt es, dass Strickleitern nicht den Vorschriften entsprechen. Es darf keiner mehr da rauf, solange kein ordentliches Gerüst aufgestellt werden kann.”
Admiral Nelson: „Dann holen Sie mir unverzüglich den Schiffszimmermann!”
Captain Hardy: „Der ist damit beschäftigt, eine Rollstuhlrampe zum Vordeck zu bauen, Sir.”
Admiral Nelson: „Rollstuhlrampe? So etwas Absurdes hab ich ja noch nie gehört.”
Captain Hardy: „Abermals geht es um Gesundheit und Sicherheit, Sir. Wir müssen eine barrierefreie Umgebung für die Andersbegabten schaffen.”
Admiral Nelson: „Die Andersbegabten? Ich habe nur einen Arm und nur ein Auge und ich weigere mich, das Wort auch nur erwähnt zu hören. Ich bin nicht zum Admiral aufgestiegen, indem ich die Behindertenkarte ausgespielt habe.”
Captain Hardy: „Doch, sind Sie, Sir. In der Royal Navy sind Sehbehinderte und Leute mit fehlenden Gliedmaßen unterrepräsentiert.”
Admiral Nelson: „Alle Segel setzen. Die Salzgischt lockt.”
Captain Hardy: „Da gibt’s auch ein paar Probleme, Sir. Die Abteilung Gesundheit und Sicherheit lässt niemanden ohne Schutzhelm in die Takelage klettern. Sie will auch nicht, dass irgendjemand zuviel Salz einatmet – haben Sie denn die Warnhinweise nicht gesehen?”
Admiral Nelson: „Ich habe noch nie solchen Müll gehört! Lassen Sie die Kanonen ausrennen und sagen Sie den Männern, sie sollen sich fürs Gefecht gegen den Feind bereithalten.”
Captain Hardy: „Die Männer sind ein bisschen besorgt, weil sie auf irgendjemand schießen sollen, Admiral.”
Admiral Nelson: „Was? Das ist Meuterei!”
Captain Hardy: „Ist es nicht, Sir. Sie fürchten nur wegen Mordes angeklagt zu werden, wenn sie jemand töten. Es sind ein paar Rechtshilfeanwälte an Bord, die jeden mit Adleraugen beobachten.”
Admiral Nelson: „Wie sollen wir dann den Franzmann und die Spanier versenken?”
Captain Hardy: „In Wirklichkeit sollen wir es gar nicht Sir.”
Admiral Nelson: „Sollen wir nicht?”
Captain Hardy: „Nein, Sir. Die Franzosen und Spanier sind doch jetzt unsere europäischen Partner. Laut den Gemeinsamen Fischereipolitikgesetzen dürften wir nicht mal in diesen Gewässern sein. Man könnte Schadenersatzforderungen stellen.”
Admiral Nelson: „Aber man muss den Franzmann so hassen, wie man den Teufel hasst.”
Captain Hardy: „Das würde ich den Vielfaltskoordinator des Schiffes nicht hören lassen. Sie würden sonst zum Disziplinarrapport befohlen.”
Admiral Nelson: „Man muss jedermann als Feind betrachten, der schlecht über seinen König spricht.”
Captain Hardy: „Nicht mehr, Sir. Wir müssen in diesem multikulturellen Zeitalter umfassend denken. Legen Sie jetzt Ihre kugelsichere Weste an. Es ist Vorschrift. Es könnte Ihr Leben retten.”
Admiral Nelson: „Sagen Sie’s mir nicht: Das schreibt die Abteilung Gesundheit und Sicherheit vor, was? Was ist nur mit Rum, Sodomie und Peitsche passiert?”
Captain Hardy: Wie ich erklärt habe, Sir, Rum ist vom Menü gestrichen! Und Körperstrafen sind verboten.”
Admiral Nelson: „Was ist mit Sodomie?”
Captain Hardy: „Ich glaube, die ist jetzt legal.”
Admiral Nelson: „In dem Fall küssen Sie mich, Hardy.”