Tagebuch 12-2011


7.12.2011: Das System meldet, dass unsere Hompage bis heute 4999 Besucher hat. Wow! Wer mag der Fünftausendste sein?


8.12.2011: Als Ende 2009 im Hünefeld-Palast die Lichter ausgingen, war das Gejammer groß, denn: Die Aussichten waren grauenhaft. Kein Tag verging, an dem man nicht einen alten Kumpel traf, der sich gramgebeugt auf seinen Spazierstock stützte und greinte:  

"Au weia, wat sollen wir jetzt nur machen? Ist dies das Ende der Livemusik in großen Räumen, wo man auch schon mal 'ne Kippe auf'n Boden fallen lassen kann, ohne 'ne Kopfnuss zu kriegen? Müssen wir jetzt, wie früher unsere Alten, musikalisch darben und uns in winzige Schuppen quetschen, in denen uns die Nebenfrau knallhart den Qualm ihrer Reval in die Moppe bläst? Müssen wir den Rest unserer Tage in Winzkaschemmen zubringen, in die, wenn die Musiker ihren Kram aufgebaut haben, nur noch 12 schmalhansige Gäste reinpassen?"

Ja, es sah so aus als wäre das Ende der Welt angesagt; als sei die Zeit derjenigen um, die schon im 20. Jahrhundert ("Verdamp lang her!") das Tanzbein geschwungen haben. Doch wie immer, wenn die Katastrophe einen angrinst, taucht er auf, der Retter in der Not: Supermän? Bettmän? 

Nein, Krampen-Män! Der wollte nämlich noch nicht das Handtuch werfen!

Von vielen Hünefeldstraßen-Besuchern angeregt machten sich die Krampen auf die Suche nach einem schönen, nur geringfügig kleineren, leicht erreichbaren, keine Nachbarn störenden neuen Laden. Den haben sie nun in Unterbarmen gefunden, aber wo genau, erfahrt ihr erst, wenn sie ihn auf Vordermann gebracht, die Bühne gebaut, Strom gelegt und Getränke für die Einweihungsparty gekauft haben.

B
is dahin schaut ihr immer mal hier in unser krampiges Tagebuch rein, wo dann (hoffentlich) ab Februar interessante Neuigkeiten stehen...


21.12.2011: Es weihnachtet!
Wieder geht ein Jahr zu Ende. Schnüff. Schon wieder haben wir Haare gelassen und einen Gürtel gekauft, der ein Loch mehr hat als der Alte. Schon wieder steht 'ne neue Brille an, denn Weitsichtigkeit hat die Neigung sich auszudehnen.  
Am  Heiligen Abend des Jahres 1964 - wir wollten dem Spießertum entsagen, um demnächst groß rauszukommen - gingen wir in eine der wenigen Kaschemmen, die damals an solchen Tagen geöffnet hatten. Die "Blaue Schötte" war nicht weit weg vom Ollen Matt. Bevölkert wurde der Schuppen von ca. 20 teils stadtbekannten SäuferInnen, die uns (unsere Haare reichten über den Kragen, uiuiui) anglotzten als kämen wir vom Mars.
Wir standen am Tresen, schlappten ein Bier und schauten dem Elend zu. Nicht länger als fünf Minuten. Dann waren wir so klein, dass wir raus mussten. Es gibt die Kaschemme noch immer. Sie heißt heute anders und hat ein anderes Publikum. Die Gäste von damals müssen alle tot sein, auch wenn sie damals vielleicht nur 10-20 Jahre älter waren als wir. 
He, Alter, warum erzählste uns das?
Keine Ahnung, aber seit 45 Jahren denke ich immer, wenn es früh dunkel wird und sich draußen Weihnachtsstimmung ausbreitet, an diesen beschissenen Heiligen Abend.
Wird Zeit, dass ich ihn vergesse.


23.11.2011: Leider haben wir keinen Dichter in der Band, der hier mit 'nem hübschen Vierzeiler zum Thema Weihnachtsmann brillieren könnte...
Macht aber nix, weil ihr hoffentlich alle wisst, dass wir euch lieben. Bleibt gesund, übertreibt es nicht mit der Weihnachtsgans, und wenn ihr während der Festtage nicht mehr Wasser trinkt als die durchschnittliche WupperKrampe, werdet ihr sie überleben.
Frohe Festtage, Guten Rutsch ins nächste Jahr, und vergesst nicht: Seid lieb zu euren Kindern, denn die suchen vielleicht irgendwann das Heim aus, in dem alles endet.