Tagebuch 05-2012


2.5.2012: Komme gerade aus unserem neuen Sessiontempel in Oberbarmen, wo sich 5 von 6 Krampen und 2 von 4 Liverpudels schön dreckig gemacht und Schwielen geholt haben. Ohne Dipl.-Ing. Striebe und Dr.-Ing. Freund-König wären wir freilich ziemlich aufgeschmissen gewesen, denn die hatten im Gegensatz zu uns das Werkzeug dabei, das der Fachmann braucht. Und auch mehr Ahnung von der Materie. (Wir anderen hatten ...jede Menge guten Willen und Herr Abé einen Kofferaum voller Wasserflaschen mitgebracht).
Wie die Lage momentan ist? Die Bühne steht. Hurra! Strom haben wir auch! Ein neues Fenster wurde von unseren wackeren Ingenieuren in Nullkomanix eingebaut. Der Tresen ist auch schon im Haus; er muss nur noch zusammengeklebt werden. Dass machen wir dann am kommenden Montag mit dem Pritt-Stift, den ich noch kaufen muss. (Vielleicht hab ich aber auch noch einen in der Ecke liegen.) Dann hängen wir die Gardinen auf... ach nee; die Vorhänge! Herr Liverpudel streicht das Treppengeländer; Frau Liverpudel wird die Treppe vermutlich putzen...
Alles weitere später, jetzt muss ich erst mal meine Wunden pflegen...


 4.5.2012: Heute meldet die Illustrierte Klempner-Zeitung: Der "Culture Club Barmen" ist seit dem 26.4.2012 ein eingetragener Verein. Hurra! Hurra! Hurra! Nun können die Musiker ausm Tal vereinsmeiern, bis die Schwarte kracht! Und da ihr bisher anarchoides Treiben nun auf amtlich beglaubigten Füßen steht, dürfen sie auch endlich ein Bankonto haben! 

Wie verlautet haben Dagobert Duck und andere Entenhausener Großkapitalisten bereits angekündigt, den CCB mit 30 Kreuzern pro Anno zu unterstützen: "Es ist uns ein wichtiges Anliegen", so Erwin Erpel, Vorstand der für sein großzügiges Kultursponsoring bekannten Entenhausener Geldspeicher-Bau-AG, "der Welt zu beweisen, dass wir Großkapitalisten eigentlich ganz nette Leute sind." Fördermitgliedschaften, so Erpel, seien genau das Richtige, um den garstigen Okkupanten, Piraten, Pennern und Tagedieben zu zeigen, dass man sich mit den Armen dieser Welt verbunden fühlt. "Dreißig Kreuzer im Jahr kann sich auch der ärmste Großkapitalist leisten", so D. Duck, der Präsident der Vereinigung Steinreicher Enten KGaA. "Außerdem kann man die Kröten ja von der Steuer absetzen, quak, quak."

Auch sollen, so CCB-Kassierer Werner A. (89)., schon zahlreiche musikalisch und tänzerisch interessierte Bürger  mit den Hufen scharren, die als Fördermitglieder gern ihr Geld los werden wollen: "All diese lieben Menschen bitte ich noch um ein kleines bisserl Geduld. Sobald wir ein Konto haben, komme ich vorbei und räume ihren Geldschrank aus. Oder sie kriegen unsere Kontonummer mitgeteilt, überweisen ihr Erspartes und bekommen dafür einen warmen Händedruck. Oder Küsschen von Heidi Klum. - Nicht Zutreffendes bitte streichen."


4.5.2012, II. Teil: Kaum zu glauben: Kaum stehen wir im Vereinsregister, meldet sich schon die erste Ratte, um uns zu erleichtern: Mit einem amtlich aussehenden Briefkopf (inkl. halber Bundesadler) möchte uns das "Deutsche Gewerbe- und Industrieregister", das angeblich in einem Düsseldorfer Postfach wohnt, um € 438,08 erleichtern! Und: "Bitte beachten Sie die Zahlungsfrist von 5 Tagen nach Erhalt".

Wofür? Um das zu erfahren, muss man das Kleingedruckte lesen: Diese Schweinepriester haben nämlich unseren "Firmendatensatz" (?) "und den Handelsregistertext" (?) in eine Datenbank eingegeben. Ohne dass wir sie drum gebeten hätten.

Musikanten - ein Handelsunternehmen!? Man lernt nie aus, Baby! Für blöd halten uns diese Schwachmaten?

Was aber passiert, wenn wir nicht löhnen? Schickt man uns vier Glatzen mit Baseballschlägern auf die Bude? Oder noch schlimmer: Kommt die Kripo vorbei, um unsere Wasserkästen zu pfänden?

Nö. Im Fall der Nichtzahlung: "...behalten wir uns das Recht vor, Ihre Daten unverzüglich aus unserem System zu entfernen."

Dieses Vorgehen ist eine Beleidigung menschlicher Intelligenz. Glauben diese Ganoven wirklich, wir wüssten nicht, dass wir als Verein im Handelsregister nix zu suchen haben? Wer mit diesem Formblatt einen Verein melken will, hat doch nur beim Bund debiler Eifelschrate Erfolg.


5.5.2012: Der Großadministrator gibt bekannt: Der Culture Club Barmen e.V. (CCB) hat inzwischen auch eine eigene schöne bunte Homepage, die man entweder von hier -> www.ccb-Barmen.npage.de oder über unsere Linkliste erreicht. Es steht noch nicht viel drin, aber das wird sich vermutlich bald ändern.


13.5.2012: Leider hat der siebentausendste Besucher unserer Homepage es versäumt, sich im Gästebuch zu verewigen, sodass wir nicht wissen, wer er war (oder sie?). Den ihm (oder ihr?) zugedachten Treuepreis werden wir deswegen meistbietend auf der nächsten Orchesterprobe der WupperKrampen zugunsten des Trinkerparadieses am Berliner Platz in Oberbarmen versteigern.