Wie alles anfing...


Und es begab sich zu jener Zeit...

Silvester 2006/07 fanden sich im Wuppertaler Restaurant „Zum Alten Kaiser“ jede Menge gut gelaunte Typen und Musiker nebst Gattinnen zu einer kleinen Feier ein. Das alte Jahr war kaum rum, da standen sie mit 'nem Hälfken in der Hand am Tresen und übten sich in (möglichst) mehrstimmigem Gesang.

Der fröhliche Abend setzte sich gegen 3.00 Uhr in der Schwebebahn fort. Die war rammelvoll mit müden Heimreisenden aus allen Minderheiten, aus denen ein Volk besteht: Mamas, Papas, Omas, Opas, Rocker, Teddys, Beatniks, Punks, Metaller, HipHopser, Trunkenbolde und Abstinenzler.

Zu unserem Erstaunen wurden all diese Völkerscharen wieder wach, als wir uns im Gesang alter Gassenhauer übten: „The Wanderer“, „Da Doo Ron Ron“ --- und so weiter...

Die Mamas, Papas, Omas, Opas, Rocker, Teddys, Beatniks, Punks, Metaller, HipHopser, Trunkenbolde und Abstinenzler erweckten den Eindruck, ihr Spässken an uns zu haben. (Gerissene Musiker erkennen so was am spontan gespendeten APPLAUS).

Ja, so fing alles an... Tage später trafen sich drei von uns an ihrem Arbeitsplatz im Bundeskanzleramt und sagten: „Ey, dat war doch ’ne toffe Nacht! Lasst uns ’ne Band gründen!“

Dann haben sie mich (Ronald) gefragt: „Hömma, kannze Gitarre spielen?“
Meine Antwort: „Keine Ahnung... Mal versuchen.“

Dann haben wir die WupperKrampen gegründet. Und dat müsst ihr jetzt ausbaden...
 

Wie ihr alle wisst, war die Erde ja am Anfang wüst und leer.
Dann ging der Vorhang auf und auf die Bühne traten: Uwe (Drums), Klaus (Posaune), Ronald (Gitarre) und Ralf (Gesang). Sie schauten sich an und sagten: „Mit den paar Instrumenten können wir nicht mal Hazy Osterwald Konkurrenz machen.“
Daraufhin sprach Uwe: „Macht nix. Was uns fehlt, importieren wir.“
 
Gesagt, getan. Zuerst importierten wir Fuzzy Storat (Gitarre), weil man aus den Buchstaben seines Nachnamens das Wort „Strato“ bilden kann. (Dies ist ein Scherz, den nur Gitarristen verstehen.) Dann importierten wir Dirk, seinen Bass und seinen kostenlosen Probenraum. Fuzzy war und ist eine lokale Berühmtheit: Er hat schon vor der Entdeckung Liverpools mit dem Neffen des Fußballstars Horst Szymaniak Musik gemacht und stand später mehrere Jahrzehnte mit dem Talwärts-Team (Michael Röll, Wolfgang Ulraum, Gerd Oetelshoven) auf der Bühne. Dirk, Tanzmucken-Musikant im Hauptberuf und trotzdem von der intellektuellen Brillanz der Krampen begeistert, entpuppte sich als zuverlässige, stets hilfsbereite und solide Kraft.
 
Herr Striebe wollte aber noch einen Bläser in der Band haben! Ja, wat nu?
Da kam unser Freund König des Weges, der uns einen Balkon verkaufen wollte. (Er hat nix dagegen, dass man ihn Stephan nennt.) Er besaß ein Saxophon, was schon mal gut war. Zusammen probten wir bei Wind und Wetter jede Menge Zeugs, das wir gelegentlich auch wieder verwarfen. Wir legten auch zahlreiche Auftritte hin, bis dann ein verflucht komplizierter, ums Verrecken nicht heilender Beinbruch unseren Fuzzy flach legte. Schließlich ging uns aufgrund (wie man so sagt) „unüberbrückbarer musikalischer Differenzen“ auch der Bassist flöten. Vokalist Ralf warf aus Überarbeitungsgründen dat Handök.
 
Argh! Schon mussten wir wieder neues Personal suchen! Zum Glück brauchten wir dazu nicht lange, denn wir waren schon ziemlich berüchtigt: Die Musiker meldeten sich scharenweise.
 
Leider waren die meisten, die wir zum Casting baten, für unsere Zwecke ungeeignet, weil ihnen der spezielle Krampen-Humor fehlte. (Nicht jeder Musiker lässt sich gern sagen, dass er schräg spielt; auch dann nicht, wenn es stimmt). Also schickten wir beide Bewerber wieder nach Hause und entwickelten einen listigen Plan: Wir riefen den Bassisten K.D. Blank an und fragten ihn, ob er sich etwas Schlimmeres vorstellen könnte als bei den Krampen mitzumachen. Ja, konnte er! Das war unser Glück.
Dann lockten wir einen berühmten Klampfisten in die vornehmste Bar im Tal und investierten eine Pulle Bier in ihn. Wie sich ergab, hätten wir uns die Ausgabe sparen können: Seit Werner taub ist, findet er die Krampen so gut, dass er dafür zahlen würde, wenn er nur bei uns mitmachen darf!